Sind Biogasanlagen wirklich ökologisch? Diese Frage will der Bezirksbauernverband Albersdorf-Heide mit Politikern diskutieren.
Biogasanlagen erzeugen regenerativen Strom und Wärme aus nachwachsendem Biomaterial. Ursprünglich wurden sie entwickelt, um Abfälle aus der Landwirtschaft, wie Gülle oder Festmist, zu verarbeiten, so etwa auch die Biogasanlage in Arkebek. Aber auch Abfälle aus der Lebensmittelindustrie sollten hier entsorgt werden.
De facto hat sich jedoch hauptsächlich Mais-Silage als Brennstoff durchgesetzt, da diese die größte Energieausbeute verspricht. Dies führt jedoch dazu, dass die landwirtschaftlichen Flächen zum großen Teil durch Maisanbau in Monokultur verwendet werden, was zu Lasten der Futter- und Lebensmittelproduktion und des Naturschutzes geht. Monokulturen zerstören die Artenvielfalt, lassen Kleinstlebewesen im Boden absterben und veröden die Bodenstruktur wegen der fehlenden Fruchtfolge. Deshalb hat die Landesregierung bereits im vergangenen Jahr ein Umbruchverbot für Grünland erlassen.
Ebenso wird die angeblich positive CO2-Bilanz der Biogasanlagen diskutiert. Der Aufwand für Saat, Düngung und Unkrautbekämpfung muss berücksichtigt werden, ebenso der "Mais-Tourismus", der zunehmend aufwendigere Transport vom Bauern zu entfernten Biogaslagen.
Die Vergütung für den erzeugten Strom wird im Erneuerbare-Energien-Gesetz EEG geregelt. Hier können spezielle Bonuszahlungen vorgesehen werden, um Lenkungs- und Anreizfunktionen auszuüben. Wer beispielsweise 30 % Gülle oder Landwirtschaftspflegematerial verarbeitet, wird belohnt, ebenso wenn die Abwärme zusätzlich genutzt wird.




